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Am 10. Mai 1941 flog Rudolf Hess, der Stellvertreter der Führers des Deutschen Reiches, von Augsburg in einer unbewaffneten Messerschmitt nach Dungavel House, dem Gut des Herzogs von Hamilton in Schottland, um den Mitgliedern der Friedensgruppe in England Friedensbedingungen zu überbringen.
Es war das letzte Mal, daß dieser Mann in Freiheit lebte. Er würde für die nächsten 46 Jahre ein Gefangener bleiben.
Großbritannien hatte angeblich den Krieg erklärt um Polen zu beschützen. War dies der wirkliche Grund, warum Großbritannien Deutschland den Krieg erklärt hatte? Polen war ja von zwei Angreifern besetzt worden: Deutschland im Westen und, siebzehn Tage später, der Sowjetunion um Osten.
Das angebliche Ziel des Krieges wurde ja nie erreicht, denn nach sechs Jahren Tod und Zerstörung stimmte Großbritannien (durch Winston Churchill) auf der Konferenz in Jalta zu, die Besetzung Polens durch die Sowjetunion zu akzeptieren. So worum ging es wirklich?
Während der 1930er waren viele Menschen in England von der Stärke und dem Erfolg des deutschen Nationalsozialismus fasziniert. Die Art, in der Hitler Arbeitslosigkeit, wirtschaftlichen Ruin und Kommunismus hinweggewischt hatte, beeindruckte sie. Hitler wurde von vielen als wirtschaftlicher und sozialer Wundertäter gesehen, als ein Beispiel dem andere folgen sollten.
Mit dieser Situation konnten sich die internationalen Finanziers nicht abfinden. Sie wollten einen langen und teuren Krieg, nicht nur wegen der finanziellen Vorteile die er ihnen bringen wurden, sondern auch um ihre Pläne für die Annexion von Palästina umsetzen zu können, und dafür brauchten sie den "Holocaust".
In einem Gespräch mit Forrestal beschwerte sich Neville Chamberlain, daß die Juden ihn unter Druck setzten, den Krieg zu erklären. Er mußte sich auch mit der neu gegründeten "Kriegspartei" auseinandersetzen, die aus Winston Churchill, Duff Cooper und Anthony Eden bestand und die sich im Savoy Hotel zu geheimen Besprechungen mit Israel Moses Sieff traf.
Bis dahin hatte Winston Churchill, durch seine Mutter Jenny Jerome (deren Vater seinen Namen von Jacobsen zu Jerome geändert hatte) selbst ein Halbjude, eine bunte und nicht allzu erfolgreiche Karriere. Im Jahr 1895 war er Kriegskorrespondent in Kuba. Im Jahr 1900 war er Kriegsgefangener der Buren im Burenkrieg, brach sein Versprechen nicht zu fliehen und entkam. Im Jahr 1915, als Oberkommandierender der Marine, war er für das Debakel in den Dardanellen verantwortlich und wurde zum Rücktritt gezwungen. Im Jahr 1920 präsentierte er sich als entschlossener Gegner des Bolschewismus und klagte im Unterhaus des Parlaments das "internationale Judentum" und "die weltweite Verschwörung zum Umsturz der Zivilisation" an. Dann wechselte er von der Konservativen zur Liberalen Partei und dann wieder zurück. Er änderte seine Einstellung und unterstützte die Gründung von Israel. Er wurde als selbstsüchtig, unzuverlässig und opportunistisch angesehen.
Der Sturz von Neville Chamberlain war des Ergebnis eines anderen Desasters, das Winston Churchill verursacht hat. Zu dieser Zeit war er wieder Oberkommandierender der Marine.
Im April 1940 heckte er den Plan aus, Narvik anzugreifen, obwohl Norwegen ein neutrales Land war. Die Operation war ein totales Fiasko.
In der Nacht vom 7. zum 8. Mai 1940 wurde Chamberlain im Unterhaus von allen Seiten angegriffen. Es gab nur zwei mögliche Kandidaten um ihn zu ersetzen: Lord Halifax und Winston Churchill.
Winston Churchill war der Sieger. Von diesem Zeitpunkt an war es seine Politik, den Krieg mit nahezu fanatischen Eifer voranzutreiben und Deutschland zu zerstören, obwohl er doch wissen mußte, daß dies Großbritannien, seine Regierung und seine Wirtschaft von den Vereinigten Staaten, daß heißt von der internationalen, jüdischen Finanzmacht, abhängig machen würde. In seiner Rolle als "britische Bulldogge" reduzierte er Großbritannien von der Position eines Leitwolfes zu der eines Pudels. Vielleicht war das sein Ziel.
Am selben Tag, an dem Churchill zur Macht kam, starteten die Deutschen ihren Angriff auf Holland, Belgien und Luxemburg.
Die britischen Expeditionstruppen und die französische Armee wurden von den vorrückenden deutschen Truppen zurückgeschlagen und zogen sich nach Dünkirchen zurück.
Am 22. Mai 1940, als 250 deutsche Panzer gegen Dünkirchen vorrückten, befahl Hitler den deutschen Truppen persönlich, ihren Vormarsch für drei Tage anzuhalten.
Die Flucht aus Dünkirchen wurde als Wunder gefeiert aber das wirkliche Wunder lag darin, daß Hitler durch diese Aktion die britische Armee gerettet hatte. Ohne diesen Haltebefehl hätte entweder ein Massaker oder eine schmähliche Massenkapitulation stattgefunden.
Bis dahin wurden nicht weniger als vierzehn Versuche gemacht, Frieden mit Großbritannien zu schließen. Keines dieser Friedensangebote wurde der Öffentlichkeit bekanntgeben.
Hitlers Friedensbedingungen waren wie folgt: (1) Das Britische Reich mit allen Kolonien und Mandaten bleibt bestehen. (2) Die deutsche Vorherrschaft am Kontinent wird nicht in Frage gestellt. (3) Alle Fragen in bezug auf Frankreich, Belgien und die holländischen Kolonien stehen zur Diskussion offen. (4) Polen wird ein polnischer Staat. (5) Die Tschechoslowakei gehört zu Deutschland.
Dies war keinesfalls ein bedeutungsloses Angebot, wenn man sich die Situation zu dieser Zeit vor Augen hält. Im Sommer 1940 hatte Deutschland die Länder Polen, Norwegen, Dänemark, Luxemburg, Holland und Frankreich erobert. Die britische Armee war geschlagen und war gerade von Dünkirchen geflohen.
Dennoch hat Sir Robert Vansittart, der diplomatische Chefberater des Außenministers, diese Friedensangebote in einem Schreiben an Lord Halifiax, den britischen Botschafter in Washington, von der Hand gewiesen und sprach nur von der Zerstörung Deutschlands. Der Brief von Vansittart macht es klar, daß die führenden Bürokraten in Whitehall eine völlig andere Vorstellung von den Zielen des Krieges hatten, als die Mehrzahl der Politiker oder die Bevölkerung. Wessen Plan sind sie gefolgt?
Es scheint, daß der Stellvertreter des Führers selbst nach Spanien reiste um Mitglieder der britischen Friedensgruppe zu treffen, etwa um den 20 April 1941, nur drei Wochen vor seinem Flug.
Nach fünfzig Jahren wurden die Dokumente mit der Korrespondenz zwischen der Botschaft in Madrid und dem britischen Außenministerium routinemäßig an das Archivierungsamt weitergegeben. Alle Dokumente, die sich auf das Wochenende vom 20. zum 22. April bezogen, wurden jedoch bis 2017 zurückbehalten. Es ist offensichtlich, daß in dieser Zeit etwas sehr ungewöhnliches passiert ist.
Im Jahr 1941, nach einem Jahr als Premierminister, war Churchill in großen Schwierigkeiten. Großbritannien war dabei, den Krieg zu verlieren. Griechenland war an die Deutschen verloren gegangen, Rommel gewann in Nordafrika und Luftangriffe hatten einen verheerenden Effekt auf britische Städte. Die Schiffe des britischen Reiches wurden von U-Booten versenkt. Am 7. Mai, drei Tage vor der Ankunft von Hess, spitzte sich die Situation zu. Churchill mußte sich mit einem rebellischen Unterhaus auseinandersetzen und scharfe Kritik an seiner Führung einstecken.
Die zentrale Figur in dieser Kampagne war David Lloyd George, der Churchills Kompetenz in Frage stellte. In einer hitzigen Debatte versuchte Churchill, die Argumente von Lloyd George zu entwerten, indem er unterstellte, daß sie gleichbedeutend mit britischem Defätismus seien. Danach stellte er die Vertrauensfrage und gewann die Abstimmung.
Auch das Oberhaus war in Aufruhr, da nicht nur der Druck gegen Churchills Führung, sondern auch der Druck für Friedensverhandlungen ständig zunahm. Am 10. Mai sagte der Herzog von Bedford, ein Friedensbefürworter, daß Lloyd George Friedensbedingungen festlegen sollte, die Großbritannien akzeptieren könne.
Es ist sehr wahrscheinlich, daß dieser zunehmende Druck auf Churchill kein Zufall war, sondern Teil eines mit den Aktivitäten von Hess abgestimmten Planes um den Premierminister aus dem Amt zu treiben.
Hitler plante eine Expansion nach Osten, einen Angriff auf das bolschewistische Rußland und die Deportation der Juden, die er als Verursacher der Russischen Revolution und als Drahtzieher hinter der deutschen Niederlage im Krieg von 1914-1918 sah.
Die Invasion der Niederlande war durch die Kriegserklärung von Großbritannien und Frankreich notwendig geworden. Durch die Invasion von Polen hatte er Großdeutschland geschaffen und konnte seine Aufmerksamkeit nun auf die Expansion Deutschlands nach Osten und den Angriff auf die Bolschewisten lenken.
Operation Barbarossa war ein beeindruckendes Project. Im Nachhinein mag es schienen, daß Barbarossa die Tat eines Verrückten war, und nach der Ansicht von Hess, die er Hitler unter Druck preisgab, war es töricht die UdSSR anzugreifen ohne zuerst einen Waffenstillstand mit Großbritannien zu vereinbaren.
Entgegen der späteren deutschen Erklärung, Hess hätte in einem Anfall geistiger Verwirrung auf eigene Faust gehandelt, wußte Hitler zweifellos von dem Einsatz. Das ursprüngliche Datum für den Beginn der Operation Barbarossa war der 15 Mai 1941, aber 11 Tage vor dem Flug von Hess änderte Hitler das Datum auf den 22. Mai 1941.
Churchills gesamter Kriegsplan hing von der starken Unterstützung Großbritanniens durch die USA ab.
Von Anfang an war Großbritannien auf Lieferungen von militärischem Gerät und anderer Kriegsgüter aus Amerika angewiesen. Sobald Großbritannien Deutschland den Krieg erklärt hatte, stoppte der Fluß von amerikanischen Waffen. Die Stimmung in Amerika war stark isolationistisch und der Kongreß hatte eine Reihe von beschränkenden Neutralitätsmaßnahmen verabschiedet, die jede Art von Handel mit Nationen im Kriegszustand untersagten.
Im Jahr 1937 wurde diese Beschränkungen jedoch auf die Initiative von Roosevelt (einem Sproß einer jüdisch-holländischen Familie) geändert, so daß sich das Verbot nur noch die Lieferung von Munition bezog.
Es half den britischen Kriegsanstrengungen, daß es Roosevelt erneut gelang, Änderungen durchzusetzen, so daß Amerika nun auch Munition liefern konnte. Die Situation spitzte sich im Oktober 1940 zu als das Finanzministerium Churchill berichtete, daß dem Land innerhalb der nächsten drei Monate das Geld für weitere Käufe von Amerika ausgehen würde.
Roosevelt reagierte, indem er das Leih-Pacht-Abkommen vorantrieb, das am 11. März 1941 Gesetz wurde. Es stellte sicher, daß die USA weiterhin Munition und andere Güter auf Kredit liefern würden - aber zu einem hohen Preis. Großbritannien mußte 50 000 000 Dollar in Gold aus Südafrika bereitstellen und eine der erfolgreichsten britischen Firmen in Amerika, American Viscose, eine Tochterfirma von Courtaulds, an ein Konsortium von Bankiers abtreten. Die Bankiers verkauften die Firma bald darauf mit einen ansehnlichen Profit.
Vielen Politikern waren die Motive der Amerikaner verdächtig. Lord Beaverbrook sagten in einem Memorandum an Churchill am 24. Februar 1941: "...die Amerikaner sind unbarmherzige Geldverleiher."
Im Mai 1941 war rang Großbritannien mit größter Not, denn die Materialreserven waren extrem niedrig. Churchill schickte am 3. Mai 1941, eine Woche vor der Ankunft von Hess, ein verzweifeltes Bittelegramm an Roosevelt.
Die Reaktion der amerikanischen industriellen und finanziellen Kreise auf die Ankunft von Hess war unverhüllte Bestürzung.
Roosevelt sah, daß Hess eine Wahl anbot, zwischen dem Ende des Krieges und einer Auseinandersetzung die sich noch über mehrere Jahre ziehen konnte. Natürlich bevorzugte die amerikanische Industrie die zweite Möglichkeit.
Die einzige sinnvolle Antwort ist, daß Hess jemand treffen mußte, der Großbritannien nicht verlassen konnte, und da es dem mysteriösen, britischen Kontakt nicht möglich war zu Hess zu kommen, mußte Hess zu ihm kommen.
Trotzdem war der Flug eine tapfere Tat und ein gewaltiges Risiko.
Das Ziel von Hess, Dungavel House nahe bei Glasgow, war als ein Notflugfeld für Flugzeuge der britischen Luftwaffe, die nicht mehr zu ihrem Heimatflughafen zurückkehren konnten. Er hatte eine Notbeleuchtung, die für Landungen in der Dämmerung eingeschaltet werden konnte.
Ivone Kirkpatrik (dessen Rolle später beschrieben wird) sagte aus, daß Dungavel zu dieser Zeit ein Krankenhaus war. Nach den Aussagen des Herzogs von Hamilton ist dies nicht richtig. Das Haus wurde von anderen Organisationen genutzt, wie der Frauenabteilung der Landarmee, der Frauenabteilung der Luftwaffe und dem Roten Kreuz. Die Tatsache, daß es hier auch das Büro des Internationalen Roten Kreuzes gab bedeutete, daß dies eine kleine, neutrale Zone gab. Dies machte Dungavel einen idealen Platz für eine Friedenskonferenz.
Die Flieger hatten einen starken Anteil in einer Bewegung, welche die englisch/deutsche Beziehungen nach der Machtübernahme dar Nazis förderte. Auch die Beziehungen zwischen der britischen Monarchie und Hitlers Regime waren enger als bisher angenommen.
Herzog Georg von Kent und der Stellvertretende Führer hatten mehr als die Fliegerei gemeinsam. Seit den frühen 1930ern war der Herzog von Kent eindeutig mit dem Aufbau enger Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland beschäftigt, und als der Krieg drohte, nahm er an Aktivitäten teil die darauf abzielten, Feindseligkeiten zu vermeiden. Dies ist unbestreitbar.
Hess flog ohne Navigationshilfen über Land und hatte daher Probleme. Er überflog Dungavel, landete aber nicht. Er flog dann über die Küste, warf seine Zusatztanks ab und kehrte in Richtung auf sein Ziel zurück. Bei seinem zweiten Anflug konnte er jedoch Dungavel nicht finden und mußte schließlich mit dem Fallschirm abspringen. Was ging verkehrt?
In der Nacht vom 10. Mai waren die Landelichter des Flugfeldes nach einen Anruf vom Haus des Herzogs von Buccleuch angeschaltet worden. Sie wurden aber wenige Minuten später von einer Gruppe von Fremden abgeschaltet, die in das Gebäude eingedrungen waren. Bald danach flog ein Flugzeug tief über das Flugfeld und die Beobachter vermuteten, daß die Lichter nun wieder angehen würden, aber sie blieben abgeschaltet.
Wer hat die Landelichter abgeschaltet und so den Plan sabotiert? Waren in dieser Nacht zwei gegnerische Fraktionen im Spiel?
Hess sprang um 23:09 über Bonnington Moor ab. Es war sein erster Fallschirmsprung, ein Nerventest in den besten Zeiten, aber für den 47 Jahre alten Hess, am Ende eines langen, beschwerlichen und gefährlichen Fluges, war ein Sprung ins unbekannte Feindesland es eine beachtenswerte Leistung.
Es gab Behauptungen, daß der Herzog von Kent am 10. Mai 1941 in Dungaval war, aber sie konnten nicht bewiesen werden, da seine Dokumente nie freigegeben wurden. Der Herzog von Kent, mit dem Herzog von Buccleuch als Beifahrer, war jedoch am Morgen des 11. Mai, einem Sonntag, in einen Verkehrsunfall verwickelt. Er fuhr in der Richtung, die von Dungavel House wegführt und stieß mit einem Kohlenlastwagen auf der Straße von Douglas nach Lanark zusammen.
Am Montag den 12. Mai wurde folgende Botschaft von einem Mr Voigt in Dungaval abgeschickt: "Ich kann bestätigen, daß weder der Herzog noch sein Passagier Buccleuch verletzt waren und weil Lanark sehr nahe an der Stelle der Ereignisse des letzten Wochenendes gelegen ist, wurden Schritte unternommen um sicherzustellen, daß der Unfall nicht in der Presse berichtet wird.
Churchill wußte zweifellos von der Existenz der Friedensgruppe in England. Es ist nicht sicher wieviel die Regierung über die geplante Ankunft in der Nacht zum 11. Mai wußte, doch die Ereignisse deuten an, daß in dieser Nacht zwei gegnerische Parteien zur Stelle waren. Es ist aber auch möglich, daß jemand innerhalb der Gruppe ein Doppelspiel spielte.
Ein möglicher Verdächtiger ist Albrecht Haushofer, ein Freund von Rudolf Hess und Sohn von Professor Haushofer, dessen geopolitische Ideen Hitler stark beeinflußt haben. Albrecht war durch seine Mutter Martha Mayer Doss ein Halbjude.
Albrecht Haushofer war Sekretär der Deutschen Geographischen Gesellschaft und war daher in der Lage, Reisen in viele Länder zu machen.
Er wurde nach London geschickt um Vorbereitungen für die extrem positive Besprechung zwischen Lloyd George mit Hitler zu treffen. Er wurde als ausreichend wichtig angesehen um eine Einladung zur Krönung von König George VI zu erhalten. Natürlich wurde Haushofer überwacht. In einem Bericht des britischen Geheimdienstes von 1937 heißt es: "Er ist nicht wohlhabend und es wird angenommen, daß seine häufigen Besuche in diesem Land von einer Regierungsstelle bezahlt werden".
Für wen hat er gearbeitet? Er fungierte nicht nur als Mittelsmann für die Friedenspläne von Hess, sondern war gleichzeitig ein Agent für die Friedensinitiativen von Himmler. Er war auch Mitglied der deutschen, konservativen Opposition gegen Hitler und unternahm Missionen in ihrem Auftrag. Er war sogar bekannt, daß er Kontakt zu Mitgliedern eines sowjetischen Spionageringes in Nazideutschland hatte. Die vielen, subversiven Tätigkeiten wurden Albrecht Haushofer zwangsläufig zum Verhängnis. Er wurde schließlich nach dem Bombenanschlag gegen Hitler im Juli 1945 in Haft genommen und im Jahr 1945 hingerichtet.
Durch das Versagen des Einsatzes von Hess war nicht nur die Verschwörung gescheitert, die den Premierminister vom Amt entfernen sollte. Churchill schaffte es auch, die Situation zu wenden und sein eigenes, politische Überleben zu sichern, indem er die Bedeutung des Hessfluges herunterspielte. Die britische Öffentlichkeit wurde nie über Inhalt des Friedensangebotes informiert. Es dauerte in der Tat mehrerem Monate ehe Churchill zur Ankunft von Hess öffentlich Stellung nahm. Die Papiere, die Hess mitbrachte, sind einfach verschwunden.
Hess wurde im Mytchett Place gefangen gehalten, und der zuständige, kommandierende Offizier war Major Frank Foley. Die Beteiligung von Major Frank Foley bei der Inhaftierung von Hess ist von Bedeutung, denn Foley wurde in der letzten Zeit als Großbritanniens "Oskar Schindler" berühmt. Für seine Unterstützung von Juden erhielt er im Jahr 1999 in Jerusalem den "Preis für ehrenhafte Nichtjuden".
Die Idee, daß Hess ein verrückter war, hat alle nachfolgenden Untersuchungen in einem zweifelhaften Licht erscheinen lassen. Direkt nach seiner Ankunft in Schottland schien jedoch niemand sein Verhalten eigenartig zu finden. Churchill übernahm dankbar die deutsche Erklärung, daß Hess an Wahnvorstellungen litt und fragte jene, die Hess in Schottland gesehen hatten, nach ihren Eindrücken von seinem Geisteszustand. Vier Tage nach der Ankunft von Hess berichtete Churchill an Roosevelt, daß Hess geistig völlig gesund sei.
Hess hätte natürlich gesund ankommen und danach schnell verfallen können. Aber dann müßte man sich die beunruhigende Frage stellen, ob die Briten bei seiner Behandlung die Genfer Konvention verletzten.
Es wurde für notwendig befunden, den Gefangenen von einen Psychiater überwachen zu lassen. Es scheint, daß der jüdische Majors Henry Dicks absichtlich für diesen Posten ausgesucht wurde und die Behauptungen von Hess, daß er unter Drogen gesetzt wurde, häuften sich nachdem Dicks seine Arbeit angetreten hatte.
Während des Nürnberger Prozesses war das Verhalten von Hess extrem bizarr. Er war entweder unter dem Einfluß von Drogen oder er verstellte sich.
Im Jahr 1945 versuchte der britische Geheimdienst, die privaten Papiere von Alfred Haushofer und seinem Vater, Professor Karl Haushofer, zu finden. Sechs von Haushofers Tagebüchern wurden gefunden. Sie deckten die Zeit von 1940 bis 1941 ab, deren Höhepunkt der Flug von Rudolf Hess nach Großbritannien im Jahr 1941 war. Wenige Tage nachdem die Tagebücher am 7. Juni 1945 in Großbritannien eingetroffen waren, verschwanden sie, und wurden nie wieder gesehen.
Am 10. März 1946 wurde Professor Haushofer kurz von zwei britischen Geheimdienstagenten besucht. Zwei Tage später, am 12. März, konnte Hans Haushofer, sein anderer Sohn, sich nicht mit seinen Eltern in Verbindung setzen und ging zu ihrem Haus. Er fand es leer, obwohl die Lichter noch an waren. Er suchte auf dem Grundstück und dem Wald der es umgab. Eine Stunde später, tief im Wald, in einer Vertiefung neben einem Bach, fand Hans seine Eltern. Karl Haushofer lag in einer gebückten Position in der Vertiefung und seine Frau Martha hing von einem danebenstehenden Baum. Es wurde später festgestellt, daß Professor Haushofer an Zyanidvergiftung starb.
Niemand erwähnte die Gegenwart der zwei britischen Geheimdienstagenten. Einer von ihnen war Ivone Kirkpatrick, der seit der Ankunft von Hess in dem Fall verwickelt war und der später britischer Hochkommissar in Deutschland wurde.
In den 41 Jahren Gefangenschaft nach dem Nürnberger Prozeß wurden viele Theorien diskutiert, um die Wahrheit hinter dem Flug nach Großbritannien aufzudecken
Rudolf Hess, der Mittelpunkt dieser Intrige war der einzige, der niemals sprach und der jeden anderen Teilnehmer in dem Fall überlebte.
In den späten 1960ern, nach zwanzig Jahren Haft, fing Hess an zu hoffen, daß die vier Siegermächte vielleicht Gnade walten lassen und ihn mit den letzten politischen Gefangenen im Gefängnis Spandau entlassen würden. Er wurde bitter enttäuscht.
In den 1980er fanden es immer mehr Menschen empörend, einen gebrechlichen, alten Mann weiterhin in den riesigen Anlagen des Spandauer Gefängnisses zu halten. Aber es war nicht im Interesse der britischen Regierung, Rudolf Hess zu entlassen.
Ein freier Hess, der Pressekonferenzen geben konnte und vielleicht seine Memoiren schreiben würde, hatte viel in seinem Gedächtnis gespeichert das Großbritannien peinlich sein könnte. Trotz der Gebrechlichkeit von Hess und seinem extremen Alter war er der Mann der die wahren Ereignisse von 1941 kannte und daher war er extrem gefährlich. Die Tatsache, daß vier Jahre Tod und Zerstörung hätten vermieden werden können, hätte viel Bitterkeit in Deutschland geschaffen und in ganz Europa zu Mißtrauen gegen die britische Regierung geführt.
Hier ein Zitat aus einem Videofilm von Wolf Rüdiger Hess, dem Sohn von Rudolf Hess:
"... Im Jänner 1987 schrieb ich einen Brief an die Botschaft der Sowjetunion in Bonn. Zum ersten mal seit zwanzig Jahren erhielt ich eine Antwort... Diesen Morgen besuchte ich meinen Vater in Gefängnis Spandau zum letzten mal. Ich fand, daß er geistig wach war... Er hatte eine neue Bewerbung an die Staatsoberhäupter der Siegermächte geschrieben, und seine Freilassung nach 46 Jahren Gefangenschaft gefordert...""... nach unserer Zusammenkunft fuhr ich von Spandau direkt zum Konsulat der Sowjetunion... drei Ereignisse zeigen einwandfrei, daß die Sowjetunion unter der Führung von Gorbachov plante, Rudolf Hess zu entlassen... mein Empfang im Konsulat der Sowjetunion in West Berlin am 31. März 1987... der Magazinbericht am 13. April 1987 und die Antwort von Radio Moskau am 21. Juni 1987."
"... Dies hat in Großbritannien und den Vereinigten Staaten unzweifelhaft Alarmglocken ausgelöst, da diese neuen Maßnahmen der Sowjetunion die letzten Hindernisse zur Freilassung meines Vaters beseitigten. Seit vielen Jahren hatten die britische, amerikanische und französische Regierung gesagt, sie wären bereit, Hess freizulassen, und es sein nur die Sowjetunion, die dies verhindern würde..."
"... Am Montag den 17 August 1987 informierte mich ein Journalist in meinem Büro, daß mein Vater im Sterben lag... Etwas später, zu Hause, erhielt ich einen Anruf vom amerikanischen Direktor des Gefängnisses Spandau, um mich offiziell zu informieren, daß mein Vater gestorben war.
"...Mr Keane, der amerikanische Direktor des Gefängnisses Spandau, sagte: "Ich lese ihnen den Bericht vor, den wir umgehend an die Presse weitergeben werden. Der Bericht sagt: Die erste Untersuchung zeigte, daß Rudolf Hess versucht hat, sich das Leben zu nehmen. Der Wächter blickte in die Sommerunterkunft und sah Hess mit einem elektrischen Kabel um seinen Nacken. Wiederbelebungsversuche wurden durchgeführt, er wurde aber am Nachmittag für tot erklärt."
"Wir mußten einen vollen Monat warten, bis wir eine offizielle Stellungnahme zu den Umständen seines Todes erhielten. Sie wurde von den Alliierten am 19 September 1987 veröffentlicht."
"... Der offizielle Bericht enthielt jedoch nicht die Wahrheit. Der tunesische Krankenpfleger Abdullah Melaouhi war zur Zeit des Todes von meinem Vater ein ziviler Angestellter der Spandauer Gefängnisverwaltung. Er war kein Staatsbürger von einer der vier Siegermächte und konnte daher nicht zum Schweigen gebracht oder in einen entlegenen Winkel der Welt geschickt werden. Nach dem Tod meines Vaters setzte sich Melaouhi mit unserer Familie in Verbindung. Dies ist der Kern seiner Aussage, die in einer beeidigten Erklärung niedergelegt wurde:"
"Als ich in der Sommerunterkunft ankam, fand ich eine Situation, die aussah, als ob ein Ringkampf stattgefunden hätte. Der Boden war aufgewühlt und der Stuhl auf dem Hess normalerweise saß lag am Boden, in beachtlicher Entfernung von seinem normalen Platz. Hess lag leblos ab Boden. Er reagierte auf nichts. Atmung, Puls und Herzschlag waren nicht mehr meßbar. Jordan, ein amerikanische Wächter, stand nahe bei den Füßen von Hess. Melaouhi bemerkte zu seiner Überraschung, daß neben dem amerikanische Wächter Jordan zwei weitere Männer in US-Militäruniformen gegenwärtig waren. Dies war ungewöhnlich, da Soldaten keinen Zugang zu diesem Teil des Gefängnisses hatten, und da der Kontakt mit Rudolf Hess auch streng verboten war.""...Zusätzlich zu der Aussage des tunesischen Krankenpflegers wurde eine am 17. August 1987 eine weitere eidesstattliche Erklärung in bezug auf die Ereignisse in Spandau aufgenommen. Meine Frau brachte sie aus Südafrika zurück, wo sie einen südafrikanischen Rechtsanwalt getroffen hatte. Er war mir möglich, den Mann davon zu überzeugen, seine Aussage in der Form einer beeidigten Erklärung zu formulieren, wie sie für eine Gericht abgefaßt wird. Sie ist auf den 22. Februar 1988 datiert und lautet wie folgt:
"Reichsminister Rudolf Hess wurde auf Anweisung des britischen Innenministeriums getötet. Der Mord wurde von zwei Mitgliedern der britischen SAS (22. Regiment der Special Air Services, Bradbury Lines, Hereford, England) ausgeführt. Diese militärische Einheit der SAS ist dem britischen Außenministerium unterstellt. Die Planung des Mordes sowohl als auch seine Koordination wurde vom MI5 (militärischer Geheimdienst) ausgeführt. Diese Geheimdiensteinsatz wurde so hastig geplant, daß er nicht einmal einen Codenamen erhielt."Auch der amerikanische, französische und israelische Geheimdienst waren in den Plan eingeweiht.
Die Doppelgängertheorie
Jede Erwähnung der Geschichte von Hess wäre unvollständig ohne die Doppelgängertheorie und ihre mögliche Verbindung zu dem Flugzeugunfall, bei dem der Herzog von Kent ums Leben kam.
Nach dem Drama und der Verwirrung, die der Ankunft von Hess folgten, suchten die britischen Wärter nach der besten Methode, ihren prominenten Gefangenen zu handhaben. Der Stellvertreter des Führers wurde mit dem Zug nach London gebracht und im Tower eingesperrt. Dort blieb er bis Mytchett Place, sein geplanter Internierungsplatz, vorbereitet und speziell ausgerüstet worden war. Hierbei handelte es sich um ein viktorianisches Haus, das etwas außerhalb des Ortes Aldershot gelegen war, und das auf Churchills Befehl mit den neuesten Sicherheitseinrichtungen ausgestattet wurde.
Wenige Wochen nach der Ankunft von Hess in Mytchett Place wurden die ersten Berichte über den Verfall seines geistigen Zustandes zirkuliert, und als Folge wurde er von einem Team von Militärpsychologen unter der Leitung von Oberst, später Brigadier, John Rawlings-Rees und Major Henry Dicks betreut
Eines der ersten Rätsel dieser Gefangenschaftsperiode von Hess in England war, was denn eigentlich während seines Aufenthalts im Tower von London passiert ist. Charles Fraser-Smith, der für die Versorgung der Geheimdienste mit Spezialausrüstung und Uniformen verantwortlich war, erwähnte in seiner Autobiographie, daß er zum MI5 in London gerufen wurde, wo er aufgefordert wurde, die Herstellung einer Kopie der Luftwaffenuniform von Hess zu veranlassen, während der Stellvertreter des Führers von Drogen betäubt in seinem Zimmer lag. Dies zeigt deutlich, daß Hess wenigstens einmal von seinen Wärtern absichtlich unter Drogen gesetzt wurde.
Die Behauptungen von Hess, daß er unter Drogen gesetzt wurde, waren immer zurückgewiesen worden, mit der Ausnahme eines Zwischenfalls am Anfang des Jahres 1945, als ihm Wahrheitsserum verabreicht wurde das angeblich zur Behandlung seiner Amnesie dienen sollte.
Warum sollte der britische Geheimdienst eine exakte Kopie seiner Uniform haben wollen?
Was passierte mit dem detaillierten Friedensvorschlag, den Hess nach eigenen Angaben bei sich trug? Und warum wird die Liste der Habseligkeiten von Hess noch immer unter Verschluß gehalten?
Am 25. Juni 1942 wurde Hess wieder verlegt. Diesmal war seine neue Unterkunft in Maindiff Court, etwas außerhalb des Ortes Abergavenny in Wales. Dort blieb er, zumindest nach offiziellen Angaben, bis er zurück nach Deutschland gebracht wurde um im Oktober 1945 in Nürnberg angeklagt zu werden.
Die Neuigkeiten von der neuen Unterkunft des prominenten Gefangenen sickerten schnell an die Presse durch, und am 1. September 1943 veröffentlichte die Daily Mail eine Geschichte mit der Überschrift: "Das tägliche Leben von Hess im Gefängnis".
Obwohl dies unglaublich erscheint sieht es aus, als ob die britisch Regierung wollte, daß die Öffentlichkeit und auch die Deutschen wußten, oder zumindest glaubten, daß Hess in Maindiff Court war.
Am 4. Mai 1942 sandte Reinhard Heydrich einen Bericht von einem seiner Agenten in Großbritannien an Ribbentrop. Darin wurde behauptet, daß Hess in einer Villa in Schottland gefangengehalten wurde, und daß auch andere Geschichten zirkulierten, nach denen er in einem Haus nahe Fort William im westlichen Hochland gefangengehalten wurde. Wenn Hess in Schottland war, wer war dann in Maindiff Court?
Wenn er in der Zeit zwischen 1942 und 1945 nicht dort war, wozu waren dann die sorgsam arrangierten öffentlichen Auftritte auf dem Land, die Picknicks und die Spaziergänge gut?
Der Militärarzt Dr Hugh Thomas stützt seine Theorie, das der Gefangene in Spandau nicht Rudolf Hess war, auf Beobachtungen im Jahr 1973. Der Gefangene hatte weder auf der Brust noch am Rücken die Narben von Hess, die von einer Schußwunde aus dem Ersten Weltkrieg herrührten, noch hatte er Spuren der Narben an seiner linken Hand, die von einer Schrapnellverletzung im Jahr 1916 herrührten.
Er behauptet, das von den 58 Ärzten, die den Gefangenen nach 1941 untersucht hatten, kein einziger über die Schußwunden berichtete.
Die extrem detaillierte Beschreibung des US-Armeearztes Hauptmann Ben Hurewitz erwähnt weder die Schußwunde noch die Schrapnellwunde von 1916. Der Arzt erwähnte weiters, das der die Kopfhaut im Wesentlichen normal war, während Hess eine Narbe und eine kahle Stelle am Hinterkopf hatte, die von einem der Bierhallenkämpfe in den 1920er Jahren herrührte.
Nach dem Tod von Hess im Jahre 1987 wurden zwei Obduktionen durchgeführt, eine offizielle von Professor J Malcolm Cameron, und eine unabhängige, die von der Familie von Hess arrangiert wurde. Keiner der Berichte erwähnte die Narben der Schußwunde, doch beide beschrieben die Narben an der Brust, die von einen angeblichen Selbstmordversuch im Jahr 1945 stammten, in dem Hess mit einem Brotmesser durch eine Hautfalte stach. Diese Narben beweisen wenigstens, das der Mann der in Spandau starb der selbe Mann war, der im Jahr 1945 in Maindiff Court war.
Es ist eigenartig, daß die britische Regierung keine Anstalten machte, die Theorie von Thomas zu widerlegen. Dies hätte doch ziemlich einfach sein sollen. Tatsache ist, daß bis zum Auffinden seiner medizinischen Dokumente im Jahre 1989 keiner wußte, wo diese Narben waren.
In einem Interview sagte Wolf Rüdiger Hess, er hätte nach der Veröffentlichung des Buches von Thomas den Gefangenen in Spandau nach den Schußwunden gefragt, und diese hätte gesagt: "Ich kann die Narben auf meinem Rücken nicht sehen, aber die auf meiner Brust sehe ich jeden Tag".
Nach dem medizinischen Bericht über die Verletzungen von Hess aus dem Ersten Weltkrieg waren die erwähnten Narben nicht auf der Brust, sondern etwas oberhalb der Achselhöhle, wo die Kugel eintrat, und am Rücken, wo sie austrat. Es scheint, Hess wußte selbst nicht, wo die Narbe sein sollte.
Als Hess später mit der Doppelgängertheorie von Thomas konfrontiert wurde, brachte er die Frage der Narben selbst zur Sprache, nach dem der von zwei Ärzten untersucht worden war. Er erklärte, daß die Kugel direkt durch seine Brust eingedrungen, nahe am Herzen vorbeigegangen und unter dem Schulterblatt wieder ausgetreten war. Dies war jedoch nicht korrekt. Aus den medizinischen Dokumenten war bekannt, daß die Kugel oberhalb der linken Achselhöhle eintrat, zwischen dem Schulterblatt und der Wirbelsäule wieder austrat und nicht nahe am Herzen vorbeiging. Der richtige Hess hätte das doch sicherlich gewußt?
Eine andere, bizarre Episode geschah in Maindiff Court Anfang des Jahres 1945. Hess erhielt eine Injektion von Natrium-Pentothal zur Behandlung seiner Gedächtnisstörungen. Nach offiziellen Berichten war dies das einzige Mal. Unter dem Einfluß der Droge wurde dem Patienten eine Reihe von Fragen über seine Vergangenheit gestellt, um sein Gedächtnis zu stimulieren. Die Untersuchung wurde von Major Dicks geführt. Hess erkannte weder die Namen Haushofer und Messerschmitt und nicht einmal den Namen Adolf Hitler.
Dann kam das traurige Schauspiel von Hess in Nürnberg, wo er behauptete unter Gedächtnisschwund zu leiden und wo er keinen seiner ehemaligen Kollegen wiedererkannte, selbst nicht die obersten Nazis wie Göring.
Angeblich gab er bei mehreren Anlässen das falsche Geburtsdatum an - 1899 anstatt 1894 - obwohl er Tag und Monat korrekt nannte. Er weigerte sich erstaunliche vierundzwanzig Jahre lang, seine vielgeliebte Frau und seinen Sohn zu sehen.
Thomas behauptet, er hätte einen Brief von Lord Willingdon an den kanadischen Premierminister William Mackenzie-King, den er wegen dem Gesetz für Staatsgeheimnisse nicht veröffentlichen darf. In diesem Brief wird Hess diskutiert und eine Stelle bezieht sich auf "unsere Probleme mit dem Doppelgänger".
Die offiziellen Aufzeichnungen über Hess, zwei Zahnprotokolle aus den Kriegsjahren, eines von Mytchett Place vom 30. September 1941 und das zweite von Maindiff Court vom 23. April 1943, sollten beweisen, daß dies der selbe Mann war, aber sie sind nicht beweiskräftig. Die Plomben und Brücken sind ähnlich, wenn auch nicht identisch, aber zwei wesentliche Merkmale im älteren Protokoll fehlen: Eine Krone und ein Goldzahn.
In Jahr 1987 versuchte David Irving, das Zahnprotokoll von 1941 mit den Zahnprotokolle des Gefangenen von Spandau zu vergleichen. Dies wurde jedoch von der britischen Militärregierung in Berlin abgelehnt.
All diese Informationen deuten an, daß die Verlegung nach Maindiff Court die wahrscheinlichste Zeit für die Übernahme durch den Doppelgänger war.
Es ist in diesem Zusammenhang interessant, daß es dem Rote Kreuz erlaubt wurde Hess in Mytchett Place zu sehen, aber daß dies während seines Aufenthalts in Abergavenny nicht der Fall war.
Es scheint, es gab zwei Hesse zur gleichen Zeit, einen in Wales und einen in Schottland, und nach der Theorie von Thomas war es der Doppelgänger, der seine Tage in Spandau beendete. Was passierte also mit dem richtigen Hess?
Eine Bestätigung, daß während des Transfers nach Abergavenny ein Austausch stattfand, kommt von einer Person, die sich erinnerte, einen Mann gesehen zu haben, von dem ihr Vater später sagte, daß es Hess gewesen sei. Der Mann ging in das Haus des Grafen von Pembroke, dessen Sohn der Stallmeister des Herzogs von Kent war.
Die Familie, die ihm Unterkunft gab, war sehr eng mit dem Herzog von Kent verbunden. Kann man daraus schließen, daß die "Friendenspartei" Kontrolle über den Stellvertreter des Führers erlangt hatte?
Im Mai 1993 sagte Lord Thurso, daß er sich daran erinnert, daß Hess während der Kriegszeit, als Thurso ein Teenager war, in dem Jagdschloß Braemore Lodge untergebracht war. Dieses grenzte an dem Besitz des Herzogs von Portland. Er erinnerte sich auch daran, daß seine Mutter ihm erzählte, das Hess in Lochmore Cottage auf dem Gut seines Vaters am Ufer von Loch More untergebracht wurde Dies wäre etwa im Jahr 1942 gewesen.
Wenn Hess in Braemore Lodge war, was tat er dort? Wer war für ihn verantwortlich? Und was ist mit ihm passiert?
Der Flugzeugunfall und der Herzog von Kent
Heute markiert ein Steinkreuz die Stelle, an der ein Sunderland Wasserflugzeug mit dem Herzog von Kent und vierzehn (oder waren es fünfzehn?) anderen Passagieren an Bord am 25. August 1942 auf eine abgelegene Bergkuppe stürzte. Dieses Kreuz, das von der Herzogin erstellt wurde, ist das einzige Denkmal für den Herzog, trotz der Tatsache, daß er seit 500 Jahren das einzige Mitglied der königlichen Familie war, das im Krieg gefallen ist.
Das Wasserflugzeug "Short Sunderland" mit dem Herzog von Kent und drei Mitgliedern seines Stabes verließ Invergordon an der Ostküste von Schottland um 1:10 und flog auf einem nordöstlichen Kurs entlang der Küste. Wasserflugzeuge mußten befehlsgemäß so weit wie möglich über dem Wasser bleiben und nur über Land fliegen, wenn es unvermeidlich war. Aus diesem Grund war es normal, entlang der Küste nach Duncansby Head, der nördlichsten Spitze von Schottland nahe John o' Goats zu fliegen und dann nach Nordwesten über den Pentland Firth in Richtung Island abzudrehen. Die gesamte Reise sollte etwa sieben Stunden dauern.
An diesem Nachmittag, die genaue Zeit ist umstritten, stürzte die Sunderland auf einen Hügel, der als Eagle's Rock bekannt ist, und der das vom Berriedale Water gegrabene Tal überblickt. Die Stelle liegt auf dem Gut des Herzogs von Portland - etwa sechzig Meilen von der Abflugstelle in Invergordon.
Mit einer Ausnahme kamen alle Personen an Bord um.
Robert Brydon erkannte im Jahr 1980 als erster, daß hier ein Rätsel vorlag. Wie konnte ein Flugzeug, das von der Elite der Piloten der Königlichen Luftwaffe geflogen wurde, auf einem Hang abstützen, und warum war das Wasserflugzeug eigentlich über Land?
Die Short S-25 Sunderland MK3 war eines der erfolgreichsten Wasserflugzeuge, das je produziert wurde, aber es hatte einen großen Nachteil. Es war sehr schwer und gewann nur langsam Höhe, besonders wenn es schwer beladen war, wie dies beim Flug des Herzogs von Kent der Fall war.
Es war Routine, daß die Sunderland drei Piloten an Bord hatte. Auf diesem Flug waren sogar vier Piloten und vier Navigatoren.
Die Sunderland stürzte auf einen Hügel hinter dem Gipfel von Eagle's Rock, wo der Kamm etwas über 600 Fuß hoch ist. Es flog in nördlicher Richtung und traf den ansteigenden Hang in einem Flachen Winkel, überschlug sich über den Bug und landete auf der Oberseite. Es zerbrach durch den Aufprall, die Wrackteile wurden über eine große Fläche verteilt und 2500 Gallonen Treibstoff explodierten. Die meisten Wrackteile waren auf dem ansteigenden Hang in Flugrichtung verteilt. Als das Flugzeug mit der Oberseite aufschlug, brach ein Teil des Hecks ab, wurde über die Hügelkuppe geschleudert und kam in einem Torfmoor auf der anderen Seite zu liegen. Aus diesem Grund entkam der einzige Überlebende, Andy Jack, nur mit relativ geringen Verbrennungen.
Der Suchtrupp fand das immer noch brennende Wrack etwa eine Stunde später.
Die ersten Nachrichten stellten fest, daß alle an Bord der Sunderland tot sein, aber am Morgen des nächsten Tages tauchte Andy Jack bei einer Hütte in Ramscraigs auf, etwa zwei Meile von der Absturzstelle.
Die komplette Akte des Untersuchungsgerichts ist verschwunden. Nach der Aussage von Luftfahrtminister Sir Archibald Sinclair im Parlament war der Grund für den Unfall nicht mechanisches Versagen, sondern ein grober Fehler des Piloten.
Die meisten Berichterstatter haben die folgende Kette von Ereignissen rekonstruiert:
Es ist bekannt, daß Flug W4026 um 13:10 von Invergordon abhob. Kurz danach flog die Sunderland in eine niedrige Wolkenformation, welche es dem Navigator unmöglich machte, die Position festzustellen. Der Pilot reduzierte daher die Flughöhe um die Küstenlinie wieder sichtbar zu machen, merkte aber nicht, daß das Flugzeug vom Kurs abgekommen war und nicht mehr über dem Meer, sondern über dem Land war, das nun schnell auf sie zukam.
Mit dieser Erklärung gibt es einige Probleme:
(a) Wichtige Dokumente, einschließlich dem Flugplan, den Goyen vor dem Abflug eingereicht hat, sind verschwunden.
(b) Die Zeit des Absturzes - Da bekannt ist, daß die Sunderland um 13:10 abhob und der Absturz um "etwa 14:00" registriert wurde, war die Flugzeit etwa 50 Minuten. Die Absturzstelle war jedoch nur sechzig Meilen entfernt und wäre schon nach zwanzig Minuten erreicht worden.
(c) Warum wurde der einzige Überlebende, Andy Jack, nicht als Zeuge vorgeladen?
(d) Die Aufgaben des Piloten und des Navigators sind genau definiert. Der Navigator war dafür verantwortlich, das Flugzeug auf Kurs zu halten und den Piloten über notwendige Korrekturen zu informieren. Daher hätte der Navigator den Piloten fragen müssen, unter die Wolkendecke zu sinken. Dies wäre keine unabhängige Entscheidung des Piloten gewesen.
(e) Um zur Absturzstelle zu gelangen, hätte das Flugzug 15 Grad, also sehr stark, vom Kurs abweichen müssen.
(f) Warum wurde ein Wasserflugzeug verwendet, wenn Flugzeuge vom Typ Liberator regelmäßig von Prestwick nach Reykjavik flogen, und warum war der Abflugsort Invergordon wenn doch Oban die logische Wahl gewesen wäre?
Es gibt auch Probleme mit der Absturzstelle. Gegenüber dem Tal das nach Eagle's Rock führt, unmittelbar im Süden, liegt ein Berggipfel, der als Donald's Mount bekannt ist. Er markiert das Ende der Scaraben-Berge, die bis zu 2000 Fuß aufragen und ist mit 1300 Fuß deutlich höher als das umgebende Land. Es ist eigenartig, daß das Flugzeug diese Höhe überwunden hat, um dann im niedrigeren Land abzustürzen. Luftaufnahme zeigen, daß das Wrack in nord-nordöstlicher Richtung verstreut war. Die durch den Absturz verursachten Furchen sind noch am Hang zu sehen und zeigen, daß das Flugzeug in einem flachen Winkel am Hang aufgeschlagen und über den Bodens geprellt ist, ehe es sich überschlug und auf die Oberseite fiel.
Die Flugrichtung der Sunderland kann ziemlich leicht bestimmt werden. Der linke Schwimmer und der Flügel schlugen etwas früher auf als der rechte Schwimmer und Flügel. Dies deutet an, daß das Flugzeug entwendender mit Querneigung flog, obwohl der Boden an der Absturzstelle waagrecht war, oder daß es zur Zeit des Absturzes nach links abdrehte.
Es ist daher klar, daß die Sunderland zur Zeit des Aufpralls in nordöstlicher Richtung flog, da die Wrackteile entlang einer nord-nordöstlichen Linie lagen und da der linke Flügel den Boden zuerst berührte. Da die Maschinen des Flugzeuges mit voller Kraft arbeiteten, wurde das Flugzeug ein paar Grad nach links gedreht bevor der Hauptteil des Flugzeugs am Boden aufschlug.
Die Wrackteile wurden daher entlang einer Linie verteilt die etwas mehr nach Norden zeigt als die Flugrichtung des Flugzeugs.
Das Flugzeug flog daher nicht direkt aus südlicher Richtung in den Hügel, sondern drehte aus einer mehr westlichen Richtung in den Eagle's Rock. Wenn der Pilot talaufwärts geflogen wäre, hätte er nach links abdrehen müssen um zum Absturzpunkt zu kommen. In diesem Fall wäre das Flugzeug in nordwestlicher, und nicht in nordöstlicher Richtung geflogen. Dies würde auch bedeuten, daß der Pilot in Richtung des höheren Landformationen abdrehte, obwohl er bei geradem Flug das Flugzeug sicher über das niedrigere Ende des Eagle's Rock gebracht hätte.
Wenn man jedoch annimmt, daß die Sunderland aus dem Süden anflog, gibt es ein Problem mit dem Aufschlagwinkel und der Steigung der Propeller.
Unmittelbar südlich der Absturzstelle, auf der anderen Seite des Tals, liegt der viel höhere Donald's Mount. Er ist 650 Fuß höher als die Absturzstelle. Um über Donald's Mount zu kommen und dann in Eagle's Rock aufzuschlagen, hätte das Flugzeug in einem sehr steilen Winkel anfliegen müssen. Es hätte sich dann in den Hang gebohrt und einen Krater hinterlassen, und wäre nicht über den Boden geprellt. Weiters zeigte die Steigung der Propeller, daß das Flugzeug aufgestiegen, und nicht abgestiegen ist.
Das gleiche Problem ergibt sich, wenn das Flugzeug gedreht hat, wie die Spuren des linken Flügels nahelegen. Es kann nicht nachvollzogen werden, wie wieviel Querneigung das Flugzeug hatte und wie eng es gedreht hat. Es muß nach links gedreht haben, daß heißt es kam irgendwo aus Südwesten, und dort hätte es über den noch höheren Kamm der Scaraben-Berge fliegen müssen. Die Beweise machen keinen Sinn, doch die Daten erlauben eine andere Erklärung, welche die Situation grundlegend ändert und neue Fragen über die spezielle Mission von Kent aufwirft.
Am Freitag nach dem Absturz brachte das wöchentliche John o' Goats Magazin ein Interview mit dem älteren von zwei Farmern, die den Absturz gehört und Alarm ausgelöst hatten. Er sagte, der Absturz hätte um 14:30 stattgefunden. Das Flugzeug war daher in der Zwischenzeit zu einem anderen Ziel geflogen worden, um etwas zu erledigen.
Es gibt noch eine weitere Besonderheit. Es ist klar, daß eine Leiche zuviel im Wrack war. Als Flug W4026 abhob, waren 15 Personen an Bord, zehn Mannschaftsmitglieder, ihr kommandierender Offizier, der Herzog von Kent, und drei Mitglieder seines Stabes. Am nächsten Morgen berichteten die Zeitungen, daß alle an Bord, insgesamt 15 Personen, tot sein. Aber am nächsten Tag, als Andy Jack auftauchte, wurde die Unfallstatistik schnell auf vierzehn Tote und einem Überlebenden korrigiert.
Trotz der beachtenswerten Abweichungen in den Berichten gibt es keinen Zweifel, das beim Absturz eine Person mehr an Bord war als beim Abflug.
Die drei Schlüsselfragen sind daher: (a) Warum flog das Wasserflugzeug über Land? (b) Wo war es in der fehlenden Stunde? (c) Warum war eine zusätzliche Person an Bord?
Könnte das Flugzeug auf einem Binnengewässer gelandet sein? Ein Blick auf die Landkarte zeigt drei mögliche Landeplätze. Einer davon ist auf dem Gut von Sir Archibald Sinclair, dessen Sohn aussagte, daß sein Vater während des Krieges regelmäßig an Wochenenden mit dem Wasserflugzeug von London zu seinem Gut in Caithness geflogen war.
Da Lord Thuso erwähnt hat, daß Hess in Braemore Lodge gewesen war, ist es durchaus möglich, daß der Herzog von Kent die Sunderland im Loch More landete, um Rudolf Hess abzuholen. Loch More liegt etwa acht Meilen nördlich der Absturzstelle, wo die Hügel in flaches Moorland übergehen. Dort führt eine Privatstraße von Braemore zum Loch More. Die zwei von Lord Thurso erwähnten Landhäuser Braemore Lodge und Loch More Cottage liegen an der selben Straße.
Es ist nun möglich, die Schritte zu rekonstruieren, welche das Flugzeug nach Loch More und danach zurück zur Absturzstelle am Eagle's Rock gebracht hätten.
Die Sunderland mußte notwendigerweise nach Süden starten und wäre dann direkt in Richtung der Hügel geflogen, gerade gegen die Wand der Scareben-Berge, die etwa 9 Meilen entfernt ist. Eine voll beladenen Sunderland kann nur sehr langsam klettern. In den sechs Minuten, die sie gebraucht hätte, die Scaraben-Berge zu erreichen, wäre sie um 1200 Fuß geklettert. Loch More liegt etwas über 400 Fuß über dem Meeresspiegel und der höchste Punkt der Scaraben-Berge ist etwa 2000 Fuß hoch. Es ist daher fraglich ob die Sunderland rechtzeitig genug Höhe erreicht hätte. Selbst wenn dies möglich gewesen wäre, hätte der Pilot es wohl kaum riskiert. Die Wolkendecke lag niedrig, und ein Flug durch die Hügel bei schlechter Sicht und einer so kleinen Sicherheitsreserve wäre selbstmörderisch gewesen. Der Pilot hätte daher so schnell wie möglich nach dem Start nach links in Richtung Küste abdrehen können, ehe er die Hügel erreicht, doch selbst dies hätte ihn in deutlich höheres Gelände gebracht, das zwischen 600 und 850 Fuß variiert, ehe er in der Lage gewesen wäre, ausreichend Höhe zu gewinnen
Die Luftaufnahmen scheinen diese Rekonstruktion zu bestätigen. Die Lage der Wrackteile deutet an, das das Flugzeug in der Tat in die entgegengesetzte Richtung flog als in der offiziellen Version behauptet wurde. Der Heckteil liegt im Norden und die Motoren zeigen mit ihren Propellern in südlicher Richtung. War die offizielle Version, nach der sich das Flugzeug nach dem Aufprall überschlug war eine Erfindung um diese Tatsache zu vertuschen?
Auf den Luftaufnahmen sind die Beschädigungen des Bodens, die durch die verschiedenen Teile des Flugzeuges verursacht wurden, südlich des Feldes von Wrackteilen zu finden. Dies bedeutet, daß das Flugzeug aus dieser Richtung kam, auf den Hang aufprallte, sich dann nach vorne überschlug und auf seiner Oberseite zu liegen kam. Das Flugzeug flog daher beim Aufprall in einer nordöstlichen Richtung. Falls die Rekonstruktion, nach der das Flugzeug von Loch More abhob, korrekt wäre, hätte es jedoch nach Süden fliegen müssen
Es gibt jedoch noch eine weitere Erklärung. Auf dem Flug vom Loch More nach Süden, mit der Wand der Scaraben-Berge im Weg, wäre es logisch, durch das Tal vom Berriedale Water zu fliegen. Dies brächte das Flugzeug über das Dorf Braemore, was für den Piloten eine ausgezeichnete Orientierungshilfe wäre. Die Sunderland würde dann nach Südosten fliegen, und der Einflug in das Tal wäre relativ einfach. Der Pilot hätte dann an seiner rechten Seite die unpassierbare Wand der Scaraben-Berge und auf der linken Seite eine Reihe von niedrigeren Hügeln mit Tälern und Eagle's Rock.
Nach Eagle's Rock ragt plötzlich der steile Hang von Donald's Mount auf. Bei diesem plötzlichen und unüberwindlichen Hindernis würde der Pilot sofort nach links drehen, dabei in eine starke Schräglage kommen und dadurch Höhe verlieren. An dieser Stelle krümmt sich das Tal etwas mehr als neunzig Grad. Um einen Aufprall am Hang von Donald's Mount zu verhindern, müsset der Pilot die extrem enge Kurve fliegen. Der einzige Ausweg über niedriges Land ist über Eagle's Rock, und dazu wäre ein nahezu unmögliches Manöver notwendig, ein Kehrtwendung in vertikaler Lage, wonach das Flugzeug sofort wieder ausgerichtet werden müßte. Der Pilot, wahrscheinlich Oberstleutnant Moseley, hätte es beinahe geschafft. Er war nur etwa dreissig Fuß zu niedrig um über den Hügel zu kommen.
Entweder hat es Moseley nicht geschafft, das Flugzeug höher zu bringen oder er hat diese Route absichtlich gewählt. Vielleicht plante er, zwischen den Berggipfeln von Cnocnaseadiage und Eagle's Rock in 850 Fuß Höhe zu drehen. Durch das Tal wäre das Flugzeug direkt zurück zur Küste gekommen und in Sicherheit gewesen. Vielleicht hat er beim Umdrehen einfach einen Fehler gemacht. Vielleicht hat das Flugzeug einfach nicht genug an Höhe gewonnen. Und wenn nicht, war dies auf einen mechanischen Fehler oder auf Sabotage zurückzuführen? Mit anderen Worten, war der Absturz von Kent geplant?
Alle Anzeichen von Sabotage wären wohl mit dem Rest des Wracks sehr gründlich und nahezu unverzüglich entfernt worden. Dabei käme es auch gut zu statten, daß der Untersuchungsbericht für diesen Absturz bald darauf verloren ging.
Es gibt bewährte Methoden um ein Flugzeug zu sabotieren, die sehr schwer zu erkennen sind, speziell bei einem Totalschaden.
Nur zehn Tage nach der Kent-Tragödie passierte ein anderer Flugzeugabsturz. Ein anderes Wasserflugzeug, auch von der 228. Schwadron, stürzte am 4. September 1942 naher Tiree ab. Dabei wurde Fred Nancarrow, ein respektierter Journalist aus Glasgow getötet. Nach offiziellen Angaben ging dem Flugzeug der Treibstoff aus.
Nancarrow war der einzige Reporter, der die Ankunft von Hess als auch den Kent-Absturz untersuchte. War er über etwas im Zusammenhang mit der Hess-Affäre gestolpert und mußte er darum sterben?
Es gibt auch überraschende Parallelen zwischen dem Absturz von Kent und dem seines Freundes General Sikorski am 4. Juli 1943. Sikorski kehrte in einer Liberator von einem Besuch der polnischen Truppen in Ägypten zurück und stoppte in Gibraltar zum Auftanken. Wenige Minuten nach dem Start stürzte das Flugzeug ins Meer. Es landete mit der Oberseite nach unten in 30 Fuß tiefem Wasser
Obwohl das Gericht fand, daß dies ein Unfall und nicht Sabotage war, hatten viele ihre Zweifel. Sumner Wells, Staatssekretär im US-Außenministerium, erwähnte ausdrücklich Sabotage als Ursache für den Tod von Sikorski.
Der Verdacht der Sabotage wird dadurch verstärkt, daß Sikorski acht Monate zuvor, im November 1942, in einen ähnlichen Unfall verwickelt gewesen war, den die Regierung der USA und die Regierung von Großbritannien auf Sabotage zurückführten.
Wenn Sikorski ermordet wurde, wer war verantwortlich? Er wurde von Winston Churchill, der zugestimmt hatte, daß die Sowjetunion nach dem Krieg polnisches Land behalten kann, als ein Hindernis gesehen.
Für mehr Information über subversive Kontrolle siehe: www.pgorg.com oder www.postremus.com